Traurig,
aber wahr: Unsere lieben gelbfüßigen Freunde aus dem
Breisgau müssen wenn nicht noch ein Wunder geschieht
wieder zurück in die Liga, in die sie eigentlich
immer hingehört haben. Das aber haben sie sich selbst
zuzuschreiben, denn mit Angsthasenfußball kann man in der 1.
Bundesliga wohl kaum überleben. Scheinbar aber bewirkte die
Last, gegen Stuttgart unbedingt gewinnen zu müssen,
lediglich eine verstärkte Darmtätigkeit, die schlußendlich
dazu führte, daß die gesamte Freiburger Mannschaft die
Hosen gestrichen voll hatte. Anders der VfB, dem man ansah,
daß er ohne Druck aufspielen konnte. Stuttgart bestimmte über
weite Strecken das Spiel, wartete mit dem endgültigen K.O.-Schlag
aber bis kurz vor Spielende, um den Freiburger Fans die
Hoffnung nicht von vornherein zu nehmen.
So
plätscherte die erste Halbzeit vor sich hin; die spärlich
gesäten Highlights wie das Abseitstor von Tiffert
konnte man an einer Hand abzählen. Freiburg wurde
erst unmittelbar vor der Halbzeitpause wach, doch die wenigen
Chancen (u.a. ein Schuß von But) blieben ebenfalls ungenutzt.
Auch
nach der Pause konnten die Badener nur ein Strohfeuer anzünden,
allerdings hatte man selbst zu dieser Phase nie das Gefühl,
daß der Mannschaft ein Tor gelingen könne. Leider
bekleckerte sich auch der VfB nicht gerade mit Ruhm; bis zur
Strafraumgrenze sah das Spiel der Stuttgarter zwar ganz gut
aus, dann aber wurde wie schon so oft zu häufig
durch die Mitte gespielt, wo zu viele Freiburger Abwehrbeine
standen.
Gefährlicher wurde es meist
dann, wenn mit Seitz (der sich unnötigerweise die fünfte
gelbe Karte abholte) über außen gegangen wurde oder sich
Marques (ebenfalls über außen) ins Offensivspiel
einschaltete. Daneben bemühte sich noch Hleb um ein besseres
Angriffsspiel, was ihm die Freiburger Abwehr jedoch mit ständigen
Fouls und das Freiburger Publikum mit Pfiffen dankte.
Der
Todesstoß für die Freiburger sollte bis etwa 10 Minuten vor
Spielende auf sich warten lassen. Balakov führte einen
langen Freistoß auf den freistehenden Meira aus, der Reus
mit einem tollen Schuß keine Chance ließ. Anschließend drängten
die Freiburger verzweifelt auf den Ausgleich und brachten die
ansonsten sichere VfB-Abwehr mehrmals in Bedrängnis. Das
gute Reaktionsvermögen von Ernst (nach einem SC-Freistoß)
und das gute Stellungsspiel des Pfostens retteten aber die
verdiente VfB-Führung.
Kurz
vor Spielende wurden die Freiburger durch einen Konter über
rechts endgültig ins Tal der Tränen gestürzt. Adhemar paßte
auf den eingewechselten Handschuh, der lief noch einige Meter
weiter, vorbei an Reus, bis er allerdings aus spitzem
Winkel den Ball nur noch ins leere Tor zu schieben
brauchte. Möglicherweise wächst da eine echte Alternative
zu den etablierten, aber über die gesamte Saison
gesehen selten treffsicheren Stürmern heran.
Die
mitgereisten Fans feierten den verdienten Sieg in einem
insgesamt eher mäßigen Spiel überschwenglich, und auch die
VfB-Spieler ließen sich nicht lumpen: Beim Auslaufen der
Mannschaft wurde sogar eine Trainingsjacke in den Fanblock
geworfen. Auch "YNWA" war beim Spiel wieder
zahlreich vertreten (Elle, Gerold, Paul, Ute, CJ, Pedro,
Seehas, Cap, Waldi), um den mutmaßlichen Freiburger Abstieg
gebührend zu feiern.
Einzig
negativer Aspekt des Spiels: Rezzo Schlauch, den zumindest
ich bisher für relativ integer hielt, wurde in Freiburger
Fan-Gewandungen gesichtet, was für mich die Frage aufwirft,
ob die Grünen bei der im Herbst anstehenden Bundestagswahl
überhaupt noch wählbar sind.
Wolfram