Obwohl
noch drei Spieltage zu spielen sind, scheint die Saison für
den VfB gelaufen. Die UI-Cup-Qualifikation dürfte ungefährdet
sein; die Träume vom UEFA-Cup-Platz dagegen sind nach der
Nullnummer gegen Cottbus endgültig zu Schäumen mutiert.
Und
dies zurecht zumindest, wenn man sich die Leistung der
Stuttgarter im Spiel gegen Cottbus vor Augen führt. Zwar
versuchte der VfB das Spiel zu machen; es gelang jedoch nicht,
die Cottbusser permanent unter Druck zu setzen. Diese wehrten
sich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und zerstörten
das VfB-Spiel nahezu komplett. Nichtsdestotrotz hatte der VfB
in der ersten Halbzeit v.a. durch Dundee einige Gelegenheiten,
das Spiel für sich zu entscheiden. Auch in der zweiten Hälfte
hätte es beinahe doch noch geklappt mit dem anvisierten
Arbeitssieg: Nach einem Freistoß kam Meira zum Kopfball,
leider prallte der Ball nur gegen die Latte, nicht aber ins
Tor.
Insgesamt
wäre der Sieg auch eher glücklich gewesen, da der VfB sehr
schwach agierte, v.a. was das Zweikampfverhalten anbelangte.
Daß Adhemar mit der Körpergröße eines Bonsaibäumchens
keine Kopfbälle gewinnt, liegt auf der Hand; warum dies aber
auch bei den anderen Spielern der Fall war, entzieht sich
leider meiner Kenntnis. Nun hätte trotzdem alles gut
ausgehen können, wenn sich Piplica (wie in der Vorwoche) der
gegnerischen Mannschaft erbarmt hätte. Tat er aber nicht,
obwohl er eigentlich hätte wissen müssen, daß CJ
Geburtstag hatte und sich über ein Tor wie in der Vorwoche
sehr gefreut hätte.Insgesamt war der VfB sicher "bemüht",
und ein Sieg wäre letztlich auch verdient gewesen,
allerdings weniger wegen des Stuttgarter Angriffsspiels,
sondern eher, um die destruktive Cottbusser Spielweise zu
bestrafen. Geyer wird wahrscheinlich argumentieren, daß der
Zweck die Mittel heilige, allerdings waren die eingesetzten
Mittel häufig unfairer Natur. Ein unparteiischer
Schiedsrichter hätte dies vielleicht unterbinden können,
indem er z.B. Helbig wegen dessen üblen Fouls vom Platz
gestellt hätte; daß von Herr Jansen so etwas nicht erwartet
werden konnte, weiß man aber spätestens seit dem Spiel
gegen 1860 München ...
Nicht
unerwähnt bleiben sollen auch Topics begnadete
schauspielerische Leistungen, die er in beiden Halbzeiten
jeweils einmal zum Besten gab. Zweimal schien er in seiner
Rolle als "sterbender Schwan" voll aufzugehen;
allerdings nur solange, bis er vom Spielfeld runter mußte,
um außerhalb des Platzes behandelt zu werden. Darauf hatte
er jedoch anscheinend keine Lust und rannt wieder wie ein
junger Hirsch zu seiner Mannschaft zurück. Beim nächsten
Spiel sollte man ihm bei einer derartigen schauspielerischen
Einlage vielleicht ein Bein abhacken dann gäbe es
wenigstens einen Grund zur Behandlung.
Fazit:
Ein Spiel, das dieses Wort eigentlich nicht verdient. An
diesem Tag hätte man selbst Fensterputzen dem Stadionbesuch
vorziehen können.
Wolfram