14.04.02: VfB Stuttgart – FC Energie Cottbus 0:0


Obwohl noch drei Spieltage zu spielen sind, scheint die Saison für den VfB gelaufen. Die UI-Cup-Qualifikation dürfte ungefährdet sein; die Träume vom UEFA-Cup-Platz dagegen sind nach der Nullnummer gegen Cottbus endgültig zu Schäumen mutiert.

Und dies zurecht – zumindest, wenn man sich die Leistung der Stuttgarter im Spiel gegen Cottbus vor Augen führt. Zwar versuchte der VfB das Spiel zu machen; es gelang jedoch nicht, die Cottbusser permanent unter Druck zu setzen. Diese wehrten sich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und zerstörten das VfB-Spiel nahezu komplett. Nichtsdestotrotz hatte der VfB in der ersten Halbzeit v.a. durch Dundee einige Gelegenheiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Auch in der zweiten Hälfte hätte es beinahe doch noch geklappt mit dem anvisierten Arbeitssieg: Nach einem Freistoß kam Meira zum Kopfball, leider prallte der Ball nur gegen die Latte, nicht aber ins Tor.

Insgesamt wäre der Sieg auch eher glücklich gewesen, da der VfB sehr schwach agierte, v.a. was das Zweikampfverhalten anbelangte. Daß Adhemar mit der Körpergröße eines Bonsaibäumchens keine Kopfbälle gewinnt, liegt auf der Hand; warum dies aber auch bei den anderen Spielern der Fall war, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Nun hätte trotzdem alles gut ausgehen können, wenn sich Piplica (wie in der Vorwoche) der gegnerischen Mannschaft erbarmt hätte. Tat er aber nicht, obwohl er eigentlich hätte wissen müssen, daß CJ Geburtstag hatte und sich über ein Tor wie in der Vorwoche sehr gefreut hätte.Insgesamt war der VfB sicher "bemüht", und ein Sieg wäre letztlich auch verdient gewesen, allerdings weniger wegen des Stuttgarter Angriffsspiels, sondern eher, um die destruktive Cottbusser Spielweise zu bestrafen. Geyer wird wahrscheinlich argumentieren, daß der Zweck die Mittel heilige, allerdings waren die eingesetzten Mittel häufig unfairer Natur. Ein unparteiischer Schiedsrichter hätte dies vielleicht unterbinden können, indem er z.B. Helbig wegen dessen üblen Fouls vom Platz gestellt hätte; daß von Herr Jansen so etwas nicht erwartet werden konnte, weiß man aber spätestens seit dem Spiel gegen 1860 München ...

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch Topics begnadete schauspielerische Leistungen, die er in beiden Halbzeiten jeweils einmal zum Besten gab. Zweimal schien er in seiner Rolle als "sterbender Schwan" voll aufzugehen; allerdings nur solange, bis er vom Spielfeld runter mußte, um außerhalb des Platzes behandelt zu werden. Darauf hatte er jedoch anscheinend keine Lust und rannt wieder wie ein junger Hirsch zu seiner Mannschaft zurück. Beim nächsten Spiel sollte man ihm bei einer derartigen schauspielerischen Einlage vielleicht ein Bein abhacken – dann gäbe es wenigstens einen Grund zur Behandlung.

Fazit: Ein Spiel, das dieses Wort eigentlich nicht verdient. An diesem Tag hätte man selbst Fensterputzen dem Stadionbesuch vorziehen können.

Wolfram