Politechnica Timisoara - VfB Stuttgart

Timisoara, Temeswar oder doch Temeschburg, die Stadt an der Bega hat viele Namen, manche nennen sie gar Klein-Wien. Die Anreise über Dortmund mit WizzAir ist mehr als optimal und dazu auch noch günstig, das dachten sich auch ca. 20 weitere VfBler. Der erste Eindruck der Stadt aus Richtung Flughafen kommend ist eher ernüchternd, heruntergekommene Häuser und zahllose Plattenbauten kommunistischer Prägung. Mein Hotel liegt etwas am Stadtrand in einem älteren Wohnviertel, es wirkt mit seiner architektonischen Quaderform eher unpassend inmitten der alten Häuser mit den roten Schindeldächern. Nach einer kurzen Abkühlung, geht es zu Fuß in die Innenstadt. Der Stadtkern ist kreisrund angelegt, alle Wege ins Zentrum führen also sternenförmig in die Altstadt, deren Mitte bildet der Piata Unirii, umgeben von zahlreichen schönen Altbauten sowie zwei Kirchen. Zum Verweilen laden etliche Biergärten ein, und da will ich natürlich nicht widerstehen. Einige bekannte Gesichter aus den subventionierten VfB-Bussen haben einfach schon ohne mich angefangen, sehen aber zumindest noch ganz gut aus trotz der Reiseumstände.

Einige Runden später, Bernd ist inzwischen mit seinem Sohn aus dem Freibad zurückgekehrt, geht es dann auch schon zum Stadion, das seine beste Zeit hinter sich hat, ein großes Oval ohne Überdachung (abgesehen vom provisorischen Vordach auf einer Tribüne) oder anderen Firlefanz. Die Gastgeber machen aber auch ohne Dach Eindruck auf den Rängen, im Gegensatz zu denen auf dem Platz. Die Lautstärke ist schon enorm, wenn sie ein günstigeres Stadion hätten, müßten sie sich wohl auch vor den Schotten nicht verstecken. Derweil gewinnt der VfB mit 2:0. Aleks Hleb scheint so langsam anzukommen, was ein geniales Tor. Auch nach Spielende feiern die Temswarer weiter, als hätten sie gerade die CL gewonnen, aber gegen den VfB zu verlieren, ist keine Schande.

Während die VfB-Busse im Polizei-Convoi unter Beifall der Einheimischen die Heimreise antreten, mach ich mich auf den Weg in die Altstadt um auf den Sieg einen letzten Absacker zu nehmen, bevor es mit dem Taxi ins Hotel geht. Der Mittwoch wird ausgiebig für Sightseeing genutzt, die Laufleistung dürfte im zweistelligen Kilometerbereich liegen, weswegen auch der ein oder andere Zwischenstop im Biergarten nötig ist bei den Temperaturn von über 30 Grad. Als ich zum Hotel zurückkehre ist es schon dunkel und Chip von der Rezeption serviert mir noch ein letztes kaltes Timisoreana. Der Donnerstag zeigt dann das schnell buchen nicht immer das beste ist. Meine Rückreise über Treviso, Padua und Mailand nach Düsseldorf klappt zwar fast reibungslos, ist dann aber doch etwas zu viel des Guten und erreicht ansatzweise die Fahrtzeit eines Busses von Timisoara nach Stuttgart.

Timisoreana - kaltes, einheimisches Bier
Piata Unirii (Webcam)
Karte Altstadt
Poli Timisoara