MSV Duisburg – VfB Stuttgart 2:3 (oder „Gebumst wird immer…“)

Um nach 2 Niederlagen in Folge, verbunden mit fast aussichtslos gewordenen Chancen auf einen internationalen Platz, an seinem freien Samstag um 7:30 Uhr aufzustehen, um seine Mannschaft auswärts beim Tabellenletzten Duisburg zu sehen, muss man schon stark masochistisch veranlagt sein, oder einfach nur komplett wahnsinnig. Oder vielleicht ist es ja doch eine Mischung aus beidem. Auf jeden Fall saß ich pünktlich im Zug gen Kaiserslautern, von wo es mit Waldis PKW und noch mit Mike aus KL an Bord weiter zu Gerold nach Bingen ging. Dies wurde auch zügig erreicht und nach kurzer Pause ging es direkt weiter in Richtung Ruhrgebiet. Die Gespräche unterwegs waren geprägt von intellektuellen Fachsimpeleien und literarischen Kleinoden der Kommunikation, die als Klimax in der von Gerold rhetorisch brillant vorgetragenen Zusammenfassung: „gebumst wird immer…“ endete. Auch interessant Waldis wiederholt vorgetragenen Visionen, die im Endeffekt auch tief in seine scheinbar doch schon arg in Schieflage geratene (liegt´s an der Musik, oder ist sie eher Indikator) Psychoseele blicken lässt. Oder wie soll man die Phantasien von Dildos in gewissen hinteren Körperöffnungen sonst interpretieren?

Wie gesagt, eine höchst amüsante und kurzweilige Reise, die 2 Stunden vor Spielbeginn ihr Ende auf einem Parkplatz direkt am Stadion fand. Direkt nach Ankunft traf man Duke und Gio (beide nebst holdem weiblichen Anhang), sowie Dotzer von den WhB und gemeinsam machte man sich auf den Weg in die Gaststätte des Ruderclubs, der sein Gelände direkt neben dem Stadion hat. Dort wartete schon CJ auf uns und kurz danach traf auch noch Pedro ein. Dieser zog es vor mit den beiden Pärchen zu dinieren, der Rest lümmelte sich an einen Stehtisch und verquatschte die Zeit bis zum Anpfiff. Kurz vor dem Aufbruch zum Stadion trafen dann auch noch Gecko und Simon ein und gemeinsam ging es dann los auf den 400m Marsch. Am Gästeeingang herrschte gähnende Leere, sodass man die schon vorherige Meinung, dass es heute nicht sonderlich viele Leute in den Ruhrpott verschlagen hat, bestätigt sah. Im Block angekommen verfestigte sich dieses Bild, denn es gab doch noch jede Menge Platz im Stehplatzbereich. Da man den Oberrang vom Gästeblock aus nicht einsehen kann, fällt es schwer, eine Zahl zu tippen. Neue Rekorde wird man jedenfalls nicht aufgestellt haben, in Gelsenkirchen vor 2 Wochen ging es auf jeden Fall sehr, sehr viel enger zu. Auch insgesamt kann man nicht gerade von einem vollen Haus sprechen, in vielen Teilen des Stadions herrschte gähnende Leere, bei nur 21.000 Zuschauern auch verständlich.

Ansonsten wusste das Stadion aber zu gefallen, gerade der Gästeblock ist sehr schön aufgeteilt mit genug Freiraum hinter dem eigentlichen Block mit den Stufen. Auch die an einem schön grossen Verkaufsstand angebotene Currywurst überzeugte völlig, nur das lediglich alkoholfrei ausgeschenkte Bier warf einen Schatten auf das ansonsten gute gastronomische Angebot.

Zum Spiel braucht man wohl nicht mehr viel zu sagen, erste Halbzeit sehr ordentlich und ne eigentlich beruhigende 2:0 Führung, dann eine wieder mal schreckliche 2.Halbzeit in der der Vorsprung innerhalb von 10 Minuten verspielt wird. Wobei das Anschlusstor immer fallen kann auf diese Art (Freistoss in den linken oberen Winkel), aber danach muss man halt konzentriert weiter arbeiten und nicht den Gegner noch aufbauen. Zum Schluss dann der im Endeffekt dreckige Sieg durch Hitzes Tor in der Nachspielzeit. Vielleicht gibt das ja noch einmal einen Schub für die Mannschaft. Zu hoffen wäre es auf jeden Fall – die Antwort sehen wir dann wahrscheinlich schon nächste Woche im Derby. Bemerkenswert nur noch der Applaus des Duisburger Publikums für die Stuttgarter Mannschaft, die 2 Minuten nach den Duisburgern aus der Halbzeit auf den Platz kamen. Erlebt man auch nicht oft so was.

Die Rückfahrt verlief dann sehr ruhig. Offensichtlich wurde das rhetorische Pulver schon auf der Hinfahrt verschossen. In Bingen wurde dann noch eine kurze Rast in der Vereinsgaststätte des dortigen TSV eingelegt. Die Partie Kicker zwischen Jung und Alt verloren Gerold und ich sang- und klanglos 3:10, der anschließende Schnitzelteller konnte aber wenigstens ein bisschen für diese Schmach entschädigen.

Kurze Zeit später waren wir dann auch schon in Mannheim, wobei sich als klarer Tipp herausgestellte hat, dass man von Mainz aus kommend die Abfahrt Mannheim-Waldhof nehmen sollte, wenn man zum Bahnhof kommen will ohne noch einmal komplett um die Stadt herumfahren zu müssen. Wenn wir das jetzt auch vorher schon gewusst hätten… Naja, irgendwann kam man dann doch an und ich vertrieb mir die Wartezeit auf meinen Zug noch mit einem Kaffee beim Schotten, bevor ich mir im Zugbistro ein letztes Bier gönnte. Zurück in Stuggi ging es dann direkt nach Hause, wo man sogar noch Armin Vehs Auftritt im Sportstudio mitbekam.

Didi (SB)